„Wie die Madonna auf den Mond kam“ – Autor Rolf Bauerdick liest im Fachwerk
| 11. März 2010 | ||
| 20:00 | bis | 22:30 |
Kann Pavel Botev Gerechtigkeit erwirken? - Das furiose Romandebüt des westfälischen Fotojournalisten Rolf Bauerdick spiegelt rund um diese Frage den oft bizarren Widerstreit von Katholizismus, Kommunismus und Zigeunerleben in einem rumänischen Dorf.
Eingeladen von der Gievenbecker Buchhandlung Der Wunderkasten, ist Bauerdick am Donnerstag, 11. März, um 20 Uhr zu Gast im Stadtteilhaus Fachwerk in Gievenbeck.
„Rolf Bauerdick beweist sich in seinem Roman „Wie die Madonna auf den Mond kam“ als leidenschaftlicher Erzähler“, urteilt Buchhändler Martin Luy. Er bedient sich bewusst der Überzeichnung und schafft ein Buch
voller überbordender Geschichten aus der Ceausescu-Zeit: Denn seit November 1957 steht die Welt plötzlich Kopf in den transmontanischen Karpaten. Während der Sputnik im All piept, erhält der 15-jährige Pavel
Botev einen ungeheuerlichen Auftrag: „Schick ihn zur Hölle“, flüstert ihm seine Lehrerin zu, als er das Foto des neuen Parteisekretärs im Klassenzimmer an die Wand nagelt. Des Nachts verschwindet die Lehrerin
spurlos, dann findet man den greisen Dorfpfarrer mit durchgeschnittener Kehle, das Ewige Licht in der Kirche erlischt, und aus der Kapelle auf dem Mondberg wird die Madonna geraubt. Passiert das Groteske tatsächlich
… ?
Den gelernten Theologen und Germanisten zeichnen seine Leidenschaft, verstehen zu wollen, ebenso wie sein Talent hinter der Kamera aus. So war Bauerdick im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit in Rumänien
den Menschen in ihren oft verzweifelten Verhältnissen nahe, in denen sie ihre Würde, ihr Leben bestreiten. Auf über 100 Reisen in die Länder des alten Ostblocks gelangen ihm Aufnahmen, die den Lebenswillen einfacher Leute, oft fern der Metropolen, festhalten. Ihm brachten sie wiederholt wichtige fotojournalistische Preise ein. Zugleich bilden diese Eindrücke das Fundament für seine schriftstellerische Arbeit.
Mitorganisator Frank Dietrich vom Fachwerk Gievenbeck ist sich sicher:
„Die Besucher erwartet ein fesselndes Debüt über die Chiffren der Macht, die Last der Schuld, die Kraft der Freiheit und die Sehnsucht nach Erlösung. Ebenso tragisch wie aberwitzig komisch.“ Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt fünf Euro. Karten sind erhältlich in der Buchhandlung Der Wunderkasten im Michaelweg 66 und im Infobüro des Fachwerk Gievenbeck im Arnheimweg 40.


